Zeitraffer-Rechner
Wie viele Fotos, wie lange die Aufnahme dauert und wie viel Speicherplatz Ihr Zeitraffer braucht — aus Intervall, Cliplänge und Bildrate.
1.087 Aufrufe
Wie es funktioniert
Die Zeitraffer-Rechnung beginnt damit, wie der fertige Clip aussehen soll: benötigte Frames = Ziel-Cliplänge (Sekunden) × Wiedergabe-Bildrate (fps). Sobald Sie wissen, wie viele Frames der Schnitt braucht, teilen Sie die reale Dauer des Ereignisses durch diese Zahl, um Ihr Aufnahmeintervall zu erhalten: Intervall (Sekunden) = reale Ereignisdauer (Sekunden) ÷ benötigte Frames.
Beispielrechnung: Ein 10-Sekunden-Clip mit 30 fps von einem 3-stündigen Sonnenuntergang braucht 10 × 30 = 300 Frames. Das Ereignis dauert 3 × 3600 = 10.800 Sekunden, also Intervall = 10.800 ÷ 300 = 36 Sekunden — lösen Sie den Verschluss etwa alle 36 Sekunden aus, und das Material passt sauber in die Zielzeit.
Diese Zahl ist nur die halbe Arbeit — das Intervall muss auch dazu passen, wie schnell sich das Motiv tatsächlich bewegt. Sich langsam verändernde Szenen (ziehende Wolken, der Farbwechsel eines Sonnenuntergangs, Pflanzenwachstum) vertragen lange Intervalle, weil sich zwischen den Frames wenig ändert. Schnelle Motive (Fußgänger, Verkehr, eine Baustellencrew) brauchen kurze Intervalle; ziehen Sie das Intervall zu weit, wird die Bewegung statt flüssig stroboskopisch und "ruckelig". Umgekehrt — ein zu kurzes Intervall bei einem langsamen Motiv — verschwenden Sie Speicherplatz und Aufnahmezeit auf nahezu identische Frames und erhalten einen seltsam "übermäßig glatten" oder statisch wirkenden Clip. Die Arithmetik ist exakt; das Ergebnis an die Bewegungsgeschwindigkeit des Motivs anzupassen bleibt Ihre Entscheidung.
Was Sie wissen sollten
Speicherplatz ist die andere Einschränkung, die es vor dem Start zu planen lohnt: 300 RAW-Dateien à rund 30 MB ergeben etwa 9 GB für einen einzigen 10-Sekunden-Clip — multiplizieren Sie das über mehrere Setups an einem Drehtag, und die Karten füllen sich schnell. JPEG hält Dateien deutlich kleiner und ist der übliche Standard für Zeitraffer, sofern in der Nachbearbeitung keine aufwendige Belichtungs- oder Farbkorrektur geplant ist — dann lohnt sich der zusätzliche Spielraum von RAW.
Eine weitere Prüfung vor einem langen Dreh: Multiplizieren Sie Ihr Intervall mit den benötigten Frames, um zu bestätigen, dass die gesamte Aufnahmezeit tatsächlich zu Ihrer Akkulaufzeit und Kartenkapazität passt. Eine 6-stündige Sternspur-Sequenz mit 40-Sekunden-Intervall braucht etwa 540 über diese 6 Stunden verteilte Frames — leicht genug, um eine einzelne Akkuladung zu überdauern, daher lohnt sich neben dem Intervall selbst auch die Planung eines Ersatzakkus, einer externen Stromversorgung oder eines eigenen Intervallmessers mit eigener Stromquelle.
- Passen Sie das Intervall an die Geschwindigkeit des Motivs an, nicht nur an das rechnerische Ergebnis.
- Fotografieren Sie im vollständig manuellen Modus, damit die Kamera zwischen den Frames nicht neu misst.
- Entscheiden Sie zwischen RAW und JPEG danach, wie viel Bearbeitung Sie hinterher planen.
Häufig gestellte Fragen
Welches Intervall sollte ich für einen Sonnenuntergangs-Zeitraffer verwenden?
5-10 Sekunden funktionieren gut für einen typischen Sonnenuntergang: Ein 45-minütiger Sonnenuntergang mit 6-s-Intervall ergibt 450 Frames — ein 18-sekündiger Clip bei 25 fps, der den Farbwechsel flüssig einfängt. Langsamere, allmählichere Himmel können sich bis auf 10 s ausdehnen, ohne ruckelig zu wirken.
24, 25 oder 30 fps für das fertige Video?
Richten Sie sich nach Ihrer Ausgabe: 24/25 fps wirkt filmisch und streckt Ihre Frames weiter; 30 fps eignet sich für Web- und Mischmaterial-Projekte. Dieselben 300 Frames ergeben 12,5 s bei 24 fps, aber 10 s bei 30.
Wie wähle ich das Intervall für schnelle Motive wie Menschenmengen oder Verkehr?
Schnelle Motive brauchen viel kürzere Intervalle als der Himmel — üblicherweise 1-3 Sekunden für eine belebte Straße, manchmal unter einer Sekunde für eine dichte Menschenmenge. Der Test: Zwei aufeinanderfolgende Frames sollten eine klare, aber glaubwürdige Bewegung zeigen, keine Motive, die verschwinden und an anderer Stelle im Bild wieder auftauchen. Da schnelle Motive pro Minute realer Zeit mehr Frames benötigen, verbraucht der Dreh weit mehr Speicherplatz als ein Sonnenuntergang für dieselbe Cliplänge.
Wie viel Speicherplatz sollte ich einplanen?
Multiplizieren Sie die benötigten Frames mit Ihrer Dateigröße pro Foto: 300 RAW-Dateien à rund 30 MB sind etwa 9 GB, während derselbe Dreh in JPEG unter 2 GB bleiben könnte. Viele Zeitraffer-Fotografen wählen genau deshalb standardmäßig JPEG und heben RAW für Aufnahmen auf, bei denen eine aufwendige Farbkorrektur geplant ist.
Wie vermeide ich Flackern?
Fotografieren Sie vollständig manuell — feste Blende, Verschlusszeit, ISO und Weißabgleich. Blendenflackern durch das erneute Schließen der Blende bei jedem Frame ist die Hauptursache; manuelle Objektive oder ein „Blenden-Lock"-Trick lösen das Problem.
Ähnliche Tools
Problem melden
Zeitraffer-Rechner
Kommentare
Noch keine Kommentare — schreiben Sie den ersten!