Schrauben-Anzugsdrehmoment-Rechner (8.8 / 10.9 / 12.9)

Anzugsdrehmoment für metrische Schrauben M6-M30 nach Festigkeitsklasse und Schmierung — mit Vorspannkraft und der Formel T = K·F·d.

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Allgemeine Richtwerte (Vorspannkraft = 75 % der Streckgrenzkraft). Bei Motoren, Flanschen und tragenden Verbindungen sind stets das vom Hersteller/Projekt vorgegebene Drehmoment und die Anzugsreihenfolge maßgebend.

Wie das Anzugsdrehmoment berechnet wird

Die Kurzformel lautet T = K · F · d: Drehmoment = Reibungsfaktor × Vorspannkraft × Nenndurchmesser. Die Vorspannkraft wird mit 75 % der Streckgrenzkraft angenommen (Mindeststreckgrenze × Spannungsquerschnitt) — die Standardannahme für wiederverwendbare Verbindungen. Die Mindeststreckgrenze beträgt 580-600 MPa für Festigkeitsklasse 8.8, 830 für 10.9 und 970 für 12.9; die Spannungsquerschnitte stammen aus der ISO-Tabelle für metrisches Regelgewinde.

Der Reibungsfaktor K bestimmt das Ergebnis maßgeblich: ~0,20 trocken, ~0,15 leicht geölt, ~0,12 mit MoS₂-Fett — deshalb benötigt dieselbe Schraube geschmiert ein Drittel weniger Drehmoment. Eine M12-Schraube der Festigkeitsklasse 8.8, trocken, ergibt ≈ 88 N·m — übereinstimmend mit veröffentlichten Tabellen.

Kritische Verbindungen (Motoren, Stahlbau, Flansche) haben eigene vorgegebene Drehmomente und Anzugsreihenfolgen — der Herstellerwert hat immer Vorrang vor einer generischen Tabelle.

Häufig gestellte Fragen

Warum verändert Schmierung das Drehmoment so stark?

Etwa 90 % des aufgebrachten Drehmoments überwinden Reibung (unter dem Kopf und im Gewinde); nur ~10 % dehnen die Schraube. Durch Reduzierung der Reibung mit Öl oder MoS₂ wird für dieselbe Vorspannkraft deutlich weniger Drehmoment benötigt — der Trockenwert an einer geschmierten Schraube überspannt sie und kann sie abreißen lassen.

Kann ich eine angezogene Schraube wiederverwenden?

Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8-12.9, die auf 75 % der Streckgrenze angezogen wurden, bleiben elastisch und sind bei unbeschädigtem Zustand in der Regel wiederverwendbar. Streckgrenzgesteuert angezogene Schrauben (üblich bei Motoren, nach Winkel angezogen) dehnen sich plastisch und sind nur einmal verwendbar.

Was ist der Unterschied zwischen 8.8, 10.9 und 12.9?

Die erste Zahl ist die Zugfestigkeit ÷ 100 (800/1000/1200 MPa), die zweite das Streckgrenzenverhältnis (0,8/0,9). Höhere Festigkeitsklasse bedeutet mehr Vorspannkraft bei gleicher Größe, aber auch mehr Sprödigkeit und Anfälligkeit für Wasserstoffversprödung in rauen Umgebungen.

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